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In Spanien existiert seit dem 20.Juni 1996 das Prinzip der Privatversteigerungen von Immobilien  („Subasta Privada de Inmuebles“), das als gute Gelegenheit anzusehen ist, günstig an eine Immobilie zu kommen. Ursprünglich konzipiert unter englischem Vorbild, steht die Privatversteigerung im Gegensatz zur Zwangsversteigerung („Subasta forzosa“), welche von einem Gericht durchgeführt wird. Diese innovative Idee einer Zwangsversteigerung entstand 1996, iniziiert durch die Firmen Ernst & Young Real Estate Service und Allsop & Co., die sich schon als Veranstalter privater Versteigerungen im Vereinigten Königreich einen Namen gemacht hatten.

Eine Privatversteigerung wird von einem privaten Veranstalter organisiert und durchgeführt, was den Vorteil hat, dass keine hohen Gerichtskosten anfallen. Der Veranstalter einer solchen Versteigerung erhält ein Erfolgshonorar in Höhe von je ca. 3 % sowie Mwst. des Endpreises sowohl vom Käufer als auch vom Verkäufer. Der Käufer hat zudem auch die Kosten des Notars zu tragen, sowie die Grunderwerbssteuer und die des Grundbucheintrags. Eine Privatversteigerung muss in Anwesenheit eines Notars stattfinden, der dem Meistbietenden auch den Zuschlag erteilt.

Vor der Versteigerung werden alle zu versteigernden Immobilien von einem Gutachter auf ihren Wert geschätzt, wobei das Gutachten vor dem Termin der Versteigerung von allen Interessenten beim Veranstalter eingesehen werden kann. Des Weiteren ist es ebenfalls oft möglich, dass sich eventuelle Interessenten das Objekt vor der Auktion ansehen können.

Vor dem Versteigerungstermin wird vom Veranstalter dann ein Katalog herausgegeben, der meist auf Anfrage des Interessenten diesem zugesendet wird und auch im Internet einsehbar ist. Das Aufführen des Immobilie im Katalog dient einserseits zur Verkaufsbeschleunigung, andererseits aber auch dazu, um den Wettbewerb anzukurbeln.

Zusammen mit Fotos des Objekts wird eine detaillierte zusammenfassende Beschreibung über die Immobilie verfasst, darunter die genaue Adresse, der Wert des Objekts, die Verkaufsbedingungen, die Einzelheiten des Vertrages und die Finanzierungsmöglichkeiten. Ebenso wird eine Kontaktperson mit  einer entsprechenden Telefonnummer angegeben, um die Immobilie besichtigen und begutachten zu können. Diese Informationen dienen dazu, dass sich der mögliche Interessent darüber informieren kann, ob das für ihn interessante Objekt ordnungsgemäß registriert ist, wie es um die generellen Bedingungen beschaffen ist sowie um die konkreten Konditionen, die notwendig sind, um einen Verkauf einzuleiten, wie es um den Vertrag der Zusprechung der Immobilie steht, seine Angemessenheit in Bezug auf die gesetzliche Regelung, sowie schließlich auch eine Prognose der Kosten und Steuern darstellt, die ein Kauf mit sich bringen.

Die Kataloge müssen mindestens 4 Wochen vor dem datierten Versteigerungstermin herausgegeben werden, damit der potentielle Käufer Gelegenheit hat, sich mit genügend Zeit im vorraus über das Objekt zu informieren.

Der Katalog hat einen festgelegten Preis, wobei er von Anbieter zu Anbieter variieren kann, normalerweise einen Preis von 1.500 Peseten hatte und heute ca. 9 Euro beträgt, was als einzige Gebühr für eine Privatversteigerung anzusehen ist, und worin sich ein Vorteil gegenüber öffentlichen, vor Gericht stattfindenden Versteigerungen offenbart, wo man als Garantie 20% des zu überbietenden Betrags zahlen muss.

Die Versteigerungen finden in morgens und nachmittaglichen Sitzungen statt. Zu Beginn geben die Mitarbeiter der Veranstalter die Vorgehensweise der Auktion und die Verhaltensregeln, die notwendig für einen reibungslosen Ablauf sind, bekannt. Während der Versteigerung steht der Öffentlichkeit jedwede rechtliche Information bezüglich der Objekte zur Verfügung. Es sind  ebenfalls die Anwälte der Bieter anwesend, um die Fragen ihrer Mandanten zu beantworten.

Beim Höchsgebot wiederholt der Auktionator drei mal den Betrag, und, sollte niemand anderes bieten, erteilt dem Höchsbietenden den Zuschlag.

Man muss beachten, dass Immobilien, die bei diesen Versteigerungen aufgelistet werden, eine Optionskaufpreis haben, den man nicht unterbieten kann.

Die Privatversteigerung an sich beginnt mit dem im Katalog ausgewiesenem Mindestangebot, was normalerweise bei 75% des Gutachterwertes liegt, wobei es natürlich auch möglich ist, mit einem niedrigerem Mindestgebot anzufangen. So oder so, ist dieses Prinzip vorteilhaft für den Interessenten, da man sich zu Anfang noch weit unterm Marktwert bewegt und dies eine günstige Ausgangssituation bildet.

Welchen Bedingungen die Privatversteigerung unterliegt wird vom jeweiligen Veranstalter festgelegt und ebenfalls im Katalog festgehalten.

Feste Steigerungsraten gibt es nicht, sie können von Objekt zu Objekt variieren und werden zu jedem Objekt meist vor Auktionsbeginn vom Veranstalter deklariert. Sollte kein Interessent dazu bereit gewesen sein, ein Mindestgebot abzugeben, so ist die Auktion als beendet anzusehen und kann im nächsten Katalog erneut aufgelistet  werden. Auch die Unterzeichnung des notariellen Kaufvertags sowie die geplante Abwicklung, beispielsweise die Bezahlung, werden vorab vom Veranstalter festgelegt.

Privatversteigerungen werden im öffentlichen Rahmen abgehalten.

Ist ein Bieter persönlich anwesend, kann er entweder auf Zuruf mitbieten oder er erhält eine Karte, mit der man Interesse an einem Objekt andeutet. Zudem besteht ebenfalls die Möglichkeit, einige Tage vor der Auktion ein Direktangebot zu machen. Ein Mitglied der Auktionsgesellschaft bietet für sie bis zur limitierten Summe, wobei aber zehn Prozent des Gebots vorher vorliegen müssen.

Es ist heutzutage auch möglich, von zuhause über das Telefon oder das Internet mitzubieten. Man steht per Telefon in Kontakt zu einem Mitarbeiter der Auktionsgesellschaft und gibt diesem seine Anweisungen. Möchte man beispielsweise per Internet mitbieten, erhält man einen Code und ist auch her ebenfalls in Verbindung mit einem Mitarbeiter der Auktionsgesellschaft. Auch bei diesen Varianten ist eine 10%-ige Anzahlung notwendig. Entscheidet man sich für eine der Möglichkeiten muss man zudem vor dem Beginn der Auktion dem Auktionshaus einen Formdruck vorlegen, der im Katalog enthalten ist.

Generell muss bereits vor der Auktion eine Anzahlung geleistet werden. Sollte ein Bieter den Zuschlag bei einer Auktion erhalten, werden seine wichtigsten persönlichen Daten aufgenommen. Der Käufer zahlt dann in einem separaten Raum 10% seiner gebotenen Summe und unterzeichnet einen Anzahlungsvertrag. Sollte der Bieter den Preis des Objekts nicht innerhalb des festgelegten Zahlungsfrist, die meist 30 bis 40 Tagen entspricht, bezahlt haben, steht es dem Verkäufer frei, den Vertrag rückabzuwickeln und die Anzahlung einzubehalten.

 

Besonders in Krisenzeiten ist diese Form von Immobilienerwerb eine gute Möglichkeit, interessante Objekte zu einem niedrigeren Preis zu erwerben und diese dann, in besseren Zeiten, erneut zu einem höheren Preis zu veräußern.

 

Schlagworte für die „subasta privada“

 

Auktionator                                   subastador 

Ausgangspreis                               precio de salida

Bieten                                          pujar 

Bieter                                           postor 

Gebot                                           puja 

Geschätzter Marktwert                    valor de Tasación 

Konsumentenverteidiger                 defensor des comprador 

Meistbietender                              mayor postor 

Posten                                         lote 

Privater Anzahlungsvertrag             contrato privado de arras 

Sicherheit                                   seguridad 

Versteigerung                             subasta resguardo

Zuschlagschein                           de adjudicación 

 

 

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